Schülerinnen und Schüler hauchen Robotern Leben ein.

Ein bisschen „R2D2“, ein wenig „WALL E“ bei isyde

Das unbestritten größte Potenzial Deutschlands sind Menschen mit guter Bildung und beruflicher Qualifikation. Dieses Potenzial zu erschließen, setzt voraus, dass junge Leute erst einmal eine Vorstellung davon bekommen, welche Möglichkeiten es gibt und was die in der Praxis bedeuten können. Und: Für den Start in eine erfolgversprechende Zukunft muss man nicht zwingend nach München oder Köln ziehen. Davon haben sich Schülerinnen und Schüler aus Niedersachsen und Bremen im Software-Entwicklungsunternehmen isyde aus Balge überzeugt.

2012 war die Kreis-Nienburger Softwareschmiede Preisträger im Bundeswettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“. In dem Zusammenhang hatte isyde Ina May von der may.talentförKonzentriertes Arbeiten an den Roboternderung kennengelernt, die Schülerinnen und Schülern mit dem Roberta RegioZentrum Hannover praxisnahe Einblicke in Robotertechnologie und Informatik ermöglicht. Daraus ist die Idee entstanden, Schülerinnen und Schüler nach Balge einzuladen, um dort mit Hilfe der Profis Roboter zu programmieren.

isyde hat sich als Entwickler von Individualsoftware einen Namen gemacht. Das Unternehmen schreibt also Computerprogramme, die auf eine konkrete Aufgabenstellung zugeschnitten sind und die sich bei Bedarf mit anderen Programmen verbinden lassen. So kann etwa ein kleiner Roboter „lernen“, zunächst einmal seinen Weg zu finden und Hindernissen auszuweichen, aber auch, was er tun soll, wenn er sein eigentliches Ziel erreicht hat. „MINT“ (die Abkürzung steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zum Anfassen, sozusagen.

So etwas kommt bei den Schülerinnen und Schülern gut an: „Für sich genommen ist mir Informatik zu langweilig“, meint ein Jugendlicher aus Bückeburg, „weil es ja letztlich doch nur um Zahlen geht. Ich will, dass was passiert, und zwar gleich, nicht erst in fünf Jahren.“ Mit den Robotern passiert an diesem Tag zwar auch nicht „gleich“ etwas, aber doch sehr zeitnah. Und wenn richtig gearbeitet wurde, dann machen die kleinen Kerlchen sogar das, was sie sollen.

Unternehmensseitig werden die unter anderem aus Bremen, Marklohe, Bückeburg, Hoya und Hannover nach Balge angereisten Schülerinnen und Schüler von Anna Scholz betreut, die schon bei den einstigen Girl’s Days einschlägige Erfahrungen gesammelt hat. Gibt es im Bereich Technik/Informatik Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen? Anna Scholz und Ina May sind sich einig: Mädchen gehen generell eher gründlich und systematisch vor; Jungen preschen nach vorn und gucken was passiert. Eine Einschätzung, die sich mit praktischen Einschätzungen aus dem Teilnehmerkreis deckt: „Beim Zocken“, sagt eine Schülerin, „haben viele Jungs den Ehrgeiz, ein Spiel in ein paar Stunden geschafft zu haben. Wir versuchen lieber, alle Schätze oder Schlüssel oder sonstwas zu finden.“

23.4.2014