Software für 7000 Praxen in Deutschland

Balge/München. Der VfP ist mit mehr als 7000 Mitgliedern der mit Abstand größte Berufsverband für freie Psychotherapeuten in Deutschland. Jede der angeschlossenen Praxen ist auch ein Unternehmen, und kaum ein Unternehmen funktioniert ohne EDV-Unterstützung. Und da liegt ein Problem: Es gibt am Markt keine Software, die den Anforderungen der Psychotherapeuten genügt, leicht zu verstehen und zu bedienen ist und keinen Wust an unnötigen Funktionen mit sich herumschleppt. Abhilfe soll das Kreis-Nienburger Software-Unternehmen isyde schaffen.

„Wir bekommen“, schildert der Präsident des VfP, Dr. Werner Weishaupt, seine Erfahrungen, „sehr häufig Anfragen nach praxistauglicher Software. Wir haben auch schon verschiedene Programme getestet. Bislang haben wir nichts gefunden, was unseren Mitgliedern weiterhelfen würde.“

Auf der Suche nach einer praktikablen Lösung wurde der VfP auf die Kreis-Nienburger Firma isyde aufmerksam. Das Unternehmen mit Sitz in Balge, zu dessen Kunden unter anderem das Verteidigungsministerium und die Hansestadt Hamburg gehören, hatte jüngst unter anderem mit einem Programm von sich reden gemacht, mit dem Programmierer Farbfehlsichtigkeiten simulieren können. Dieses Tool – entwickelt von der Auszubildenden Anna Scholz – hat das Unternehmen kostenlos ins Netz gestellt. „Das Internet kann Menschen miteinander in Kontakt bringen, die sonst keine Chance zur Kommunikation hätten“, sagt Thorben Dierking, Prokurist des Balger Unternehmens. „Mit dem Tool wollen wir einen Beitrag zur Barrierefreiheit ,im Netz‘ leisten. Und der Umstand, dass die Software von einer unserer Auszubildenden entwickelt wurde, zeigt, was junge Leute leisten können, wenn man sie lässt.“

Bundesweit entwickelt der VfP derzeit ein Anforderungsprofil für die gewünschte Software. Melanie Göldner, Betriebswirtin und Heilpraktikerin für Psychotherapie aus Nienburg, sorgt für einen reibungslosen Informationsfluss zwischen dem VfP und den Kreis-Nienburger Entwicklern und soll zusätzlich als Co-Autorin des Programms einen Beitrag zur Praxistauglichkeit der Software leisten. Wunsch ist, ein Programm entwickeln zu lassen, das schlank und praktikabel ist, in kleinen Praxen einsetzbar, sich gegebenenfalls erweitern lässt und dessen Bedienung kein Problem darstellt. Das Entwickler-Team aus Balge ist zuversichtlich, die gewünschten Anforderungen zu erfüllen. Thorben Dierking: „Genau das ist ja unser Geschäft: Maßgeschneiderte Software.“

17.2.2012