Kreis-Nienburger Softwareschmiede hält die Landes-Fahne hoch

Balge. Das Software-Entwicklungsunternehmen isyde aus Balge im Landkreis Nienburg gehört zu den Siegern im Bundeswettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“. Dieser Wettbewerb wird jährlich im Rahmen der gemeinsamen Standortinitiative „Deutschland - Land der Ideen“ von Bundesregierung und deutscher Industrie ausgelobt. In der Endausscheidung um die Gunst des Publikums erreichten die Kreis-Nienburger als Achte außerdem als einziges Unternehmen aus Niedersachsen die „Top Ten“.

Die isyde Informationstechnik GmbH hat sich am Softwaremarkt mit einer scheinbar simplen Strategie etabliert: Das Unternehmen entwickelt Computerprogramme, die genau dem jeweiligen Bedarf entsprechen. Nach Angaben der Firma muss sich der Nutzer nicht mit Beiwerk befassen, das er nie brauchen wird, dessen Verständnis viele Programme aber voraussetzen.

Dieser Ansatz hat offenbar nicht nur für Unternehmen aus der Wirtschaft einen gewissen Reiz. Im Auftragsbuch der Kreis-Nienburger Entwickler stehen unter anderem auch die Hansestadt Hamburg, die Bundesnetzagentur und das Bundesministerium der Verteidigung: Die Balger entwickelten für die Hardthöhe ein Programm, mit dem sich die Einsatzbereitschaft der Truppe im In- und Ausland jederzeit prüfen lässt. So gab es vom deutschen KFOR-Kontingent immer wieder Meldungen über fehlende Reifen, die man stets auch nachsandte – allerdings ohne, dass dadurch der Mangel behoben worden wäre. Dank „DVUStabLogLage“ konnte die Bundeswehr den Schwund enträtseln: Die Reifen kamen nie ans Ziel, sondern beendeten ihre Reise in einem Lager, in dem sich inzwischen ein Berg an Pneus angesammelt hatte.

Den Siegertitel im Bundeswettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ und die hohe Gunst des Publikums errang das Unternehmen für ein Programm zur Simulation von Farbenfehlsichtigkeiten: Zehn Prozent der männlichen Bevölkerung sind von einer Farbsehschwäche betroffen. Mit dem Programm eye.syde kann schon während der Entwicklung eines Computerprogramms, aber auch beim Entwurf von beispielsweise Evakuierungsplänen überprüft werden, ob diese Software auch von Menschen mit Farbsehschwäche sinnvoll genutzt werden kann. Das auf wissenschaftlichen Grundlagen entwickelte Programm wird von dem Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt.

25.9.2012